Maria Baumgärtle
Der Kreuzweg in Maria Baumgärtle

kreuzweg1Es war ein langer Weg von der Idee, hier in Baumgärtle einen Kreuzweg im Freien zu errichten, bis zu dessen Einweihung durch unseren Mitbruder Bischof Erwin Kräutler am 26. Mai 2006.

Aber nachdem das Projekt durch eine Informationsaussendung an alle Freunde und Wohltäter von Baumgärtle bekannt gemacht worden war und deren Reaktionen durchwegs positiv ausfielen, konnten wir dieses große Vorhaben voll Zuversicht in Angriff nehmen, zumal mehrere Wohltäter spontan die Kosten für eine Station zur Gänze übernehmen wollten.Die Stationsbilder standen uns aus unserem Kolleg in Salzburg zur Verfügung. Das Gelände neben unserer Begegnungsstätte hier in Baumgärtle, in der Größe von mehr als einem Hektar, bot sich für den Kreuzweg an und wurde ebenfalls von der Ordensleitung kostenlos dafür zur Verfügung gestellt.

So möchten wir zuallererst ein herzliches Vergelt`s Gott unserer Gemeinschaft und deren Leitung aussprechen, die sowohl die Bilder als auch das Grundstück für die Errichtung des Kreuzwegs zur Verfügung stellten und zudem die Maßnahme mit einem beachtlichen finanziellen Betrag unterstützten. Dann aber ging es vor allem darum, eine geeignete Wegführung und eine ansprechende Gestaltung der einzelnen Stationen zu finden.

Die Entwürfe der Stationsbilder stammten von dem akademischen Künstler Herrn Adolf Engl, der sich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf diesem Sektor einen bedeutenden Namen machte. Er hatte 1947 in der Goldschmiedeklasse der Nürnberger Akadamie seine Prüfung abgelegt. Ausgeführt wurden die Bilder in Emaille in den Kunstwerkstätten Johann L. L. Brandner (heute Haber-Brandner) in Regensburg, wo Engl von 1952-1976 Werkstattleiter war. Die Kunstwerkstätten Haber-Brandner zählen zu den besten ihrer Art in Europa. So handelt es sich bei den Kreuzwegsstationen also nicht nur um eine künstlerisch hervorragende Arbeit, sondern auch in ihrer Fertigung um eine herausragende Qualität. Dem mußte nun auch in der Gestaltung der Stationen und der Gesamtanlage Rechnung getragen werden und ich glaube, dass dies uns Missionaren vom Kostaren Blut in Zusammenarbeit mit Architekt Friedrich Schreiber aus Salzburg-Grödig und den Ausführenden Firmen recht gut gelungen ist.

kreuzweg2 Unterhalb des Eingangs befindet sich der Sammelplatz, beherrscht von einem ganz schlichten Holzkreuz, das ohne Sockel aus der Erde „herauswächst“. Hier soll die Zusammenkunft für den bevorstehenden Weg möglich werden. Der Weg führt zunächst hinab. Die VII. Station – der 2. Fall Jesu unter dem Kreuz – befindet sich an der tiefsten Stelle. Dann steigt der Weg relativ steil nach „Golgata“ zu den letzten Stationen an.

Bei den einzelnen Stationen tragen drei Profile aus Schmiedebronze die jeweiligen Bilder. Die Profile sind so gestaltet, als ob zum Gebet gefaltete Hände die Bilder tragen und schützen. Bei der XV. Station – der Auferstehung – sind die Profile nicht nach innen, sondern nach außen gebogen: Die Öffnung zum Himmel hin soll somit deutlich dargestellt werden.

kreuzweg3Gegenüber jeder Station lädt eine Sitzgelegenheit zu Verweilen und Betrachten ein. Wer als Einzelner den Kreuzweg gehen will und keinen entsprechenden Text dabei hat, kann an jeder Station die Betrachtung, die bei der Einweihung des Kreuzwegs gebetet wurde, über einen Lautsprecher abrufen. Auch eine entsprechend „kindgerechte Version“ des jeweiligen Stationstextes gibt es seit 2016 zu hören. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis Bäume und Sträucher dem ganzen Kreuzweg jenen Charakter geben, den wir uns bei der Planung und Umsetzung vorgestellt haben.

Voller Hoffnung, dass der Kreuzweg jenen festen Platz im Leben der Wallfahrt von Baumgärtle bekommen wird, den wir Missionare vom Kostbaren Blut ihm zugedacht haben und den das Kreuz als Zeichen der Erlösung im Leben von uns Christen einnehmen sollte, freut sich im Namen aller Mitbrüder über das gelungene Werk

P. Josef Gehrer C.PP.S., Wallfahrtsseelsorger in Maria Baumgärtle bis 2012

 
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